Mahnbescheid bekommen — was tun in den 14 Tagen?
Mahnbescheid im Briefkasten? Du hast genau 14 Tage Zeit. Wir zeigen Schritt fuer Schritt, wie du Widerspruch einlegst und was passiert, wenn du nichts tust.
Ein gelber Umschlag vom Amtsgericht loest bei vielen Menschen Panik aus. Mahnbescheid. Atme durch. Du hast 14 Tage Zeit, und in diesen 14 Tagen kannst du den Mahnbescheid mit einem einzigen unterschriebenen Vordruck unwirksam machen.
Was ist ein Mahnbescheid?
Der Mahnbescheid ist ein Schreiben des Amtsgerichts, das eine behauptete Forderung tituliert. Das Gericht prueft die Forderung NICHT inhaltlich, nur die formale Antragstellung. Reagierst du nicht in 14 Tagen, ergeht der Vollstreckungsbescheid und die Forderung ist 30 Jahre vollstreckbar.
Datum auf dem gelben Umschlag = Beginn der Frist. NICHT der Tag, an dem du den Brief geoeffnet hast.
Schritt 1: Forderung pruefen
Bevor du den Widerspruch unterschreibst, gehst du die Forderung durch. Liste alle Bestandteile auf: Hauptforderung, Inkassokosten, Mahnkosten, Verzugszinsen, Anwaltskosten.
- Hauptforderung: Hattest du wirklich einen Vertrag? Wurde geliefert?
- Verzugszinsen: nur ab Mahnung oder Zahlungsziel-Ueberschreitung (Paragraph 286 BGB)
- Inkassokosten: korrekt nach Paragraph 4 RDGEG kalkuliert?
- Mahnkosten: realistisch sind 1,50 bis 3 EUR pro Mahnung
- Verjaehrung: 3 Jahre Regelverjaehrung — die Forderung koennte schon erloschen sein
Schritt 2: Widerspruch einlegen
Im Mahnbescheid liegt ein vorbereiteter Vordruck bei. Ausfuellen, unterschreiben, abschicken. Adresse ist das gleiche Amtsgericht. Falls verloren: formloser Widerspruch unter Angabe des Aktenzeichens reicht ebenfalls.
Du zahlst nur den normalen Briefporto. Anwalts-Pflicht gibt es im Mahnverfahren nicht.
Per Einschreiben mit Rueckschein versenden. Der Widerspruch muss innerhalb der 14 Tage beim Gericht angekommen sein — nicht nur abgesendet.
Schritt 3: Teilwiderspruch ist erlaubt
Du musst nicht der ganzen Forderung widersprechen. Wenn z.B. die Hauptforderung berechtigt ist, aber die Inkassokosten zu hoch, kannst du dem Inkasso-Teil widersprechen und den Hauptbetrag anerkennen.
Was passiert nach dem Widerspruch?
Das Verfahren geht in das streitige Verfahren ueber. Der Glaeubiger hat 6 Monate Zeit, die Forderung mit einer Klagebegruendung zu untermauern. Tut er das nicht, ist die Sache erledigt.
Wenn du die Frist verpasst
Nach Ablauf der 14 Tage ergeht der Vollstreckungsbescheid. Auch dagegen ist noch Einspruch moeglich, ebenfalls 14 Tage (Paragraph 700 III ZPO). Verpasst du auch diese Frist, ist die Forderung tituliert und 30 Jahre vollstreckbar.
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Fazit
Mahnbescheid ist kein Urteil. Es ist eine Aufforderung, die du in 14 Tagen mit einem unterschriebenen Vordruck unwirksam machen kannst. Nicht ignorieren, nicht muendlich reagieren — sondern schriftlich Widerspruch einlegen.
Häufige Fragen
Was kostet der Widerspruch?
Nichts. Der Widerspruch ist gebuehrenfrei.
Reicht eine E-Mail oder ein Anruf?
Nein. Nur schriftlich, mit Original-Unterschrift.
Brauche ich einen Anwalt?
Nicht fuer den Widerspruch. Erst spaeter im streitigen Verfahren bei Forderungen ueber 5.000 EUR.
Was wenn ich die Frist knapp verpasse?
Pruefe Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Paragraph 233 ZPO) — bei unverschuldetem Versaeumnis innerhalb 2 Wochen moeglich.